Der Highlander
Im Film Highlander - Es kann nur einen geben hat der Protagonist ein Zeitproblem: Er ist zwar unsterblich und vollbringt über Jahrhunderte große Heldentaten, aber das wirkliche Leben ist dennoch endlich. Er sieht mit an, wie Menschen, mit denen er gelebt, gekämpft und die er geliebt hat, älter werden und schließlich von ihm gehen. Das passiert ihm alle paar Menschenalter aufs neue.
Jedes Jahr, wenn der 13. Jahrgang sich dem Ende neigt, erfasst mich eine gewisse Wehmut, die möglicherweise der des Highlanders gleicht. Ich kenne viele der Abiturienten seit vielen Jahren und sie mich. Manche Beziehung im Privatleben hält nicht so lange, wenn auch in diesem Fall das Zustandekommen der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler etwas unnatürlich ist. Aber das Ende dieser Beziehung ist vom ersten Tag an vorherbestimmt und in den meisten aller Fälle unumkehrbar (es sei denn, ein Schüler muss/will noch eine Ehrenrunde drehen).
Ich glaube, dass Kollegen, die sich weniger emotional auf die Schüler einstellen, es mit dem Abschied leichter haben. Vielleicht ist es auch professioneller, wenn man eine größere Distanz wahrt - was das angeht bin ich wohl noch AZUBI.
Glücklicherweise unterscheiden sich die Verhältnisse hier aber in einigen Punkten von denen des Highlanders: Ich habe nur Jahrzehnte vor mir, muss niemandem den Kopf von den Schultern holen und die Schüler fangen beim Abschied ihr richtiges Leben erst an. Und dabei denke ich jedes Jahr: “Es kann nur einen geben!” Das war der beste, der coolste, der liebste Jahrgang, sowas kommt nie wieder - bis zum nächsten Jahr.