Wir haben nur unseren Job gemacht

Die Fakten sind schon viele Male zusammengetragen worden: Die Zahlen der Opfer, die sofort tot waren, die, die noch Jahre später an den Spätfolgen der Verstrahlung litten und zu Grunde gingen. Bekannt sind auch fast alle Details über den Bau der Bomben “fat man” und “little boy”. Genannt sind die Nobelpreisträger, welche fieberhaft an ihrer Entstehung mitwirkten. Auch über die Notwendigkeit oder Sinnlosigkeit des Einsatzes der Bomben ist gestritten worden.
Ich habe mich lange gefragt, was die Bomberpiloten über das Ereignis gedacht haben. Sie konnten damals noch nicht wissen, welche Wirkung die Bomben haben würden. Letztlich waren sie mitverantwortlich für tausendfachen Tod und unermessliches Leid. Nach meiner Ansicht hätten sie den Dienst beim Militär quittieren müssen, vielleicht tief religiös werden und täglich um Vergebung flehen müssen.
Wenn man sich die Interviews der letzten Tage ansieht, so sind die, die noch am leben sind, noch heute davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Einer der Erbauer der Bombe resümiert, dass es ein Riesenspaß war, das Ding herzustellen. Er hatte gehofft, dass es einen Riesenknall gibt, wenn sie die Bome “den Japsen” auf den Kopf schmeißen. Der Navigator der “Enola Gay” sagte, er habe sich nie geschämt, und er werde es auch nie tun. (SPIEGEL 31/2005). Der Kommandant der B-29 erklärte später, sie hätten nur einen Job erledigt.
Mag sein, dass das Schutzbehauptungen sind, um mit der Tat und deren Folgen leben zu können. Ich halte es aber nicht für unmöglich, dass diese Äußerungen einer tiefen Überzeugung entspringen.

Heute vor 60 Jahren explodierte die erste Atombome über Hiroshima, drei Tage später die zweite über Nagasaki. Auch heute noch behaupten viele, diese Bomben hätten nach 1945 zur Sicherung des Weltfriedens beigetragen. Weltweit gibt es noch etwa 10 000 Atomsprengköpfe. Da müssen wir uns wohl um unsere Zukunft keine Sorgen machen.

6. August 2005, Kategorie Allgemein | RSS | Trackback

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