So ähnlich wie ein Luftballon
Einkaufsnachmittag in einem bekannten schwedischen Einrichtungshaus. Nach dem Verzehr des Kindermenüs im Restaurant vor Ort gingen mein großer Sohn (fünf Jahre alt) und ich die Hände waschen. In Augenhöhe meines Kindes waren neben der Tür an einem Kasten verschiedene Knöpfe angebracht. Da die dazugehörenden Piktogramme für Kinderaugen nicht zu deuten sind, fragte mich mein Großer: “Papa, was ist denn das da?” Mir war klar, dass eines Tages so eine Frage kommen könnte, dass es allerdings heute und hier passieren würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Mein hektischer Blick blieb an einem älteren Herrn mit breitem Grinsen hängen, der offensichtlich gespannt war, wie ich mich aus der Situation winden würde. “Tja, äh - das ist ein Condomautomat”, antwortete ich so gelangweilt und selbstverständlich wie möglich. Dabei schweiften meine Augen von meinem Sohn zu dem älteren Herrn und wieder zurück. Ich hoffte schon, die Sache sei damit erledigt. “Und was ist ein Condom?” hakte mein Sohn nach. Das Grinsen des älteren Herrn wurde noch breiter. “Nun ja, das ist - äh - so etwas Ähnliches wie ein Luftballon - aber nur so ähnlich wie ein Luftballon”, gab ich zur Antwort. “Aha! Können wir nochmal zur Spielecke rübergehen Papa?” Selten bin so gern zu einer Spielecke gegangen wie in diesem Moment. Mit einem triumphierenden Grinsen schob ich meinen Sohn an dem älteren Herrn vorbei durch die Tür.
2. Juni 2006 um 00:11
gekonnt wie immer …