Expecto Patronum
Schülerfahrt, Filmabend, “Harry Potter V”. Ich sitze zwischen den Schülern meiner Klasse und offensichtlich neben einem Extrem-Harry-Potter-Fan. Ungefähr fünf bis zehn Sekunden vor einer jeden Szene bekomme ich detaillierte Informationen über das, was gleich als nächstes passieren wird, sowie ob und inwieweit das Gesehene auch mit der Buchversion übereinstimmt.
Remus Lupin hat seinen Auftritt, und der Schüler meint zu mir: “Der ist genau wie sie!” Nun muss man als Nicht-Harry-Potter-Kenner wissen, dass diese Figur in der Geschichte ein bereits ergrauter und etwas zerlumpter Werwolf ist, der in Hogwarts mal das Fach “Verteidigung gegen die dunklen Künste” unterrichtete. Wenn ich morgens in meinen Spiegel schaue, trifft zumindest die Beschreibung zu.
Als ich noch grüble, was der Schüler denn meinen könnte, fügt er hinzu: “Der ist wie Sie, der kann auch immer alles so gut erklären und macht den Unterricht interessant.” Ich merke, wie ich in meinem Sitz etwas größer werde und mir das Gehirn die Vangelis-Melodie von “Chariots of Fire” auf die Ohren legt, da ergänzt der Schüler etwas nachdenklich: “Na ja, aber dann sind Sie in zwei Jahren tot!” (Lupin wird im siebenten Teil umgebracht…)