Ansichtssache

Kürzlich hatte ich in der Akademie der Künste die Gelegenheit, mit einem Profi-Fotografen über Technik und Kameras zu fachsimpeln. Dabei stellte ich die überaus dumme und vor allem masochistische Frage, was denn eine Profi-Spiegelreflexkamera von einer aus dem Amateurlager unterscheidet. Nach einem Kurzvortrag über Vollformatkameras, ISO-Werte bis 6400, fehlendes Bildrauschen und Verschlusszeiten jenseits von 1/8000 Sekunden empfahl er sein Set als Einstiegsequipment (Nikon D700 mit lichtstarkem Zoomobjektiv), wenn man technisch halbwegs vernünftige Bilder machen wolle. Der Kamerabody sei in der Zwischenzeit auch schon für unter 2500 EUR zu haben. Darüber hinaus sei eine Spiegelreflex für Amateure gar nicht geeignet (zu groß, zu schwer), die separat zu erwerbenden Objekte allesamt zu minderwertig. Er empfehle Bridge- oder Kompakt-Kameras.

Innerlich schloss ich mit dem Gedanken ab, wohl nie „halbwegs vernünftige Bilder“ machen zu können, als ich abends in meinem E-Mail-Eingang die Nachricht eines Online-Reiseführers fand. Mir wurde mitgeteilt, dass ein Foto meiner Flickr-Seite für den aktuellen Schmap-Reiseführer Berlin ausgewählt wurde. Tatsächlich hatte ich dieses Bild vor Jahren mit einer Kompakt-Kamera geschossen.

24. Februar 2009, Kategorie Leben | RSS | Trackback Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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